alice springs
Der Cape Range National Park war sehr schön. Anschließend hatten wir etwa 600km bis Karratha vor uns, was auch immer wir da wollten. Eigentlich war unser nächstes Ziel nämlich der Karijini National Park. Scheinbar ist unser Geschick Straßenkarten zu lesen eher mangelhaft, sonst hätten wir uns etwa 800km sparen können. Die Abfahrt, die uns den Umweg erspart hätte, verpassten wir also. Karratha nutzten wir dazu, unsere Vorräte an Nahrungsmitteln wieder zu füllen. Danach ging es weitere 400km zum Karijini National Park. Diesmal hatten wir mehr Glück als beim letzten Park, da langes Warten vor dem Eingang trotz Ferien nicht erforderlich war. Die Ranger haben einen provisorischen Zeltplatz für alle die, die auf den üblichen Zeltplätzen keinen Platz mehr bekommen haben, eingerichtet. Ziemlich gute Sache. Am nächsten Morgen ging es um 7 Uhr zur 1. Schlucht mit Wasserfall. Nach ein paar Kletterübungen, trauten wir uns später auch gefährlichere Wege zu. „Wir“ ist übertrieben. Ich zickte zunächst etwas rum. Dank Felix Überzeugungskunst, wagte ich schließlich doch noch den Abstieg in die gefährlich wirkende Schlucht, die bei einem falschen Tritt wohl den Sturz in ein 100 Meter tiefes, dunkles Loch bedeutet hätte.
Um bei der Wahrheit zu blieben – es handelte sich um eine Metallleiter, die einem den Weg nach Unten erleichterte.
Es kamen jedoch noch ein paar weitere Felsen, die unser Klettergeschick auf die Probe stellten auf uns zu. Uns gelang es alle Attraktionen des Parks an nur einem Tag zu sehen, weshalb am nächsten Tag die Weiterfahrt nach Port Hedland bevorstand. Von dort aus waren es noch 600km nach Broome. 2 Tage später erreichten wir unser derzeitiges Ziel und fuhren über holprige Straßen zur Willie Creek Perl Farm, wo ein kostenloser Zeltplatz auf uns wartete.
Bevor Eddie in der gewünschten Parkposition abgestellt werden könnte, musste Felix noch einmal beweisen was für ein lausiger Sandbuddler er doch ist. Er parkte Eddie zum 2. Mal im tiefen Sand. Nach etwa 30Minuten konnten wir Eddie befreien und ich übernahm das Steuer. Das Wetter war sehr gut und das Meer lud zum schwimmen ein. Da wir jedoch nicht als Krokodilhappen enden wollten verschoben wir dies auf die nächsten Tage. Da ging es nämlich nach Broome in das Städtchen, wo wir 3 Tage blieben. Der berühmt berechtigte Cable Beach erfüllte all seine Erwartungen. Am 3. Tag durfte ich mein Talent auf einem Surfbrett beweisen. Mein 1. Mal und ich stand schon beim 2. Versuch – wenn auch nur kurz. Wenn da mal nicht ein echter Meister verloren gegangen ist. Nach einigen Stunden am Strand machten wir uns auf den Weg nach Derby. Von dort aus wollten wir ein Stück auf der Gibb River Road fahren und nach etwa 100km die Abzweigung zum Highway nehmen. Die war nur leider – trotz Schilder zu Beginn der Straße, die das Gegenteil besagten – für alle Eddies und Verwandte gesperrt. Das bedeutete für uns, ohne Allrad – keine Abzweigung. Da die Straße bisher geteert war, beschlossen wir weiter zu fahren, da wir sonst etwa 300km Umweg vor uns gehabt hätten. Wir machten auf einem 24h Parkplatz Halt und fuhren am nächsten Tag weiter.
So war zumindest der Plan. Als wir weiter fahren wollten, bemerkten wir dass wir zunächst einen Fluss überqueren mussten. Felix betrat das fremde Gewässer und musste feststellen, dass das Wasser ihm bis zu den Knien stand. Eine echte Herausforderung für Ed. Den Weg zurück nach Derby hätten wir mit der Tankfüllung nicht 100%ig geschafft und eigentlich war unsere Lust zum Abenteuer auch viel zu groß, als dass wir es nicht wagen wollten, das Gewässer zu überqueren. Felix fuhr ohne große Bedenken auf den Fluss zu. Es spritze durch alle möglichen Öffnungen und auf der Hälfte, nach etwa 5 Metern blieb Eddie an der tiefsten Stelle stehen.
Unser alter Freund verweigerte die Weiterfahrt. Nach ein paar Startversuchen meldete Ed sich zurück. Es dauerte noch ein paar Minuten bis er bereit für den nächsten Teil der Gibb River Road war. Es folgte ein kurzer Halt an einem natürlichen Pool mit einem kleinen Wasserfall. Nach einer kurzen Runde im kalten Nass, fuhren wir weiter. Etwa 100km später verschlechterten sich die Straßenverhältnisse und es ging auf „Gravel Roads“ weiter. Die kleinen Steine zerschlugen wohl einen Scheinwerfer von Eddie, was wir allerdings erst 2 Tage später bemerkten.
Der Staub nahm einem den Atem und verursachte Kopfschmerzen. Leider ging es die nächsten 400km genauso weiter. Außerdem standen noch einige Flussüberquerungen auf dem Programm. Die Gegend war jedoch wunderschön. Gegen 19Uhr erreichten wir den Highway nach Wyndham und waren unglaublich froh, endlich wieder Luft holen zu können. Wir hielten auf dem nächsten Parkplatz. Als wir am nächsten Morgen Eddie starten wollten, gab er kein Lebenszeichen mehr von sich. Auch der Versuch eines Mannes uns Starthilfe zu geben scheiterte.
Ein paar Minuten später kam eine Seniorenkutsche angejukkelt. Felix fragte erneut nach Rat. Der dickbäuchige Mann, scheinbar hat er etwas Ahnung von Autos, rüttelte mit seinen Freunden an Ed herum und als das nichts half, bat er Felix sich ans Steuer zu setzen und in den 2. Gang zu schalten. Er holte ein Abschleppseil und befestigte es an beiden Autos. Nun fuhr er mit Felix im Schlepptau etwa 20 Runden um den Parkplatz. Felix versuchte Eddie zu starten – ohne Erfolg. Nach einer Kaffeepause brachte er uns noch etwas über die Kunst des Abschleppens bei und zog uns 30km nach Wyndham. Hierbei überschritten wir die 100km/h Schallgrenze, was einen neuen Geschwindigkeitsrekord für unseren vierrädrigen Freund bedeutete. In der Werkstatt angekommen, machte der hilfsbereite Dickbäuchige den Mechanikern noch klar, dass sie uns nicht abzocken sollen und verschwand mit seinen 3 Freunden. Unglaublich nette Menschen gibt es hier.
Nach 3 Stunden wurde Ed durchgecheckt. Wir warteten hoffnungsvoll vor der Werkstatt auf ein Resultat. Unsere neugewonnenen Freunde kamen uns auch noch mal besuchen, da sie sich scheinbar um uns Sorgen machten und nach dem Rechten schauen wollten. Dann kam der Mechaniker mit der freudigen Botschaft, dass nur etwas Wasser und Staub in der „starter – engine“ war. Glück gehabt. Nach einer weiteren Nacht auf dem Parkplatz fuhren wir am nächsten Tag nach Kununurra. Dort informierten wir uns erneut nach Arbeit. Ohne Erfolg. Etwas frustriert machten wir uns auf den Weg ins Northern Territory.
Wir machten kurz vor der Grenze noch einen Stopp beim Lake Argyl und fuhren dann einfach in einen neuen Staat. Bei einer Größe von 1347225 km² und einer Einwohnerzahl von gerade mal 223000 kann man sich ja vorstellen wie dicht der Staat besiedelt ist und wie weit man fahren muss um in die nächste Ortschaft zu gelangen. Nach 2 Tagen kamen wir in der 3. größte Stadt des NT an. Katherine (11000EW). Von dort aus starteten wir nach Alice Springs (2. Größte Stadt (28000EW)) durch. Attraktionen wie Devil Marble’s erleichterten den langen Weg ins Zentrum Australiens. Nach 2 Tagen und 1200km, erreichten wir endlich Alice Springs. Da das Wetter schlecht war fuhren wir allerdings noch etwas weiter in Richtung Ayers Rock – weitere 400km.
Am nächsten Tag ging es schon um 7Uhr wieder los. Man konnte den Stein schon aus der Ferne sehen. Sehr beeindruckend und wirklich anders als auf irgendwelchen Bildern. Wenn man allerdings davor steht wirkt er noch einmal ganz anders. Wir fassten den Entschluss den Stein einmal zu umwandern. In 3 Stunden bewältigten wir die 21km. Danach bemerkten wir, dass wir die Strecke auch einfach mit dem Auto hätten abfahren können. Etwas erschöpft setzten wir uns ins Auto und schürrten schnell zum Kata Tjuta, eine weitere Felsformation im Nationalpark. Nach ein paar Minuten Aufenthalt fuhren wir geschwind zurück zum Uluru, da wir den Sonnenuntergang schließlich nicht verpassen wollten. Da wir alles gesehen haben, machten wir uns wieder auf den Rückweg. Abends gab es noch schnell Chinapsen Fraß und dann ging es völlig erschöpft schlafen.