30. August 2010

Vorerst letzter Tag in Darwin

Geschrieben von admin in Allgemein

In den 3 Wochen die wir nun in Darwin sind, haben wir etwa 2 Wochen versucht Ed zu verkaufen. Zunächst gab es so gut wie keine Interessenten, außer einem Typen aus Kuwait, worauf wir lieber mal nicht weiter eingegangen sind.  Um mehr Aufmerksamkeit auf Ed zu lenken, liefen wir von Hostel zu Hostel und verteilten Anzeigen. Dabei sind wir auf einen Aushang von „Enchanted Moments“ gestoßen, wo nach 2 männlichen, arbeitsgierigen Wesen gesucht wurde. Flix hat sofort angerufen und den Job noch in der gleichen Minute bekommen.

Am Donnerstag, dem 19. August war sein 1. Arbeitstag. Seine Aufgaben bestanden darin, Lichterketten und Lampions zu montieren und Sitzbezüge zusammenzulegen. Am nächsten Tag durfte ich die Hochzeits – Eventplaner auch mit meiner Anwesenheit unterstützen. Wir schleppten Tische und Stühle durch die Gegend, dekorierten, wuschen Gläser, bügelten, legten Tischdecken und Sitzbezüge zusammen und machten die Arbeit von echten Hochzeitsplanern.

Am darauffolgenden Donnerstag trafen wir uns nach der Arbeit noch mit 2 Deutschen, die sich unseren Eddie anschauen wollten. Die 2 waren völlig begeistert und wir konnten uns noch am gleichen Abend auf stolze 4300AUD einigen. Somit sagten wir den 2 ebenso interessierten Franzosenpärchen für den nächsten Tag ab und machten ein Autoverkaufstreffen für Freitag aus. Die 4 Franzosen wollten mit Ed zunächst in die Werkstatt, was sehr vernünftig ist, wohl im Endeffekt aber eher gegen einen Kauf sprechen würde?!

Freitags mussten wir zunächst Arbeiten und baten Debbie, die Chefin, schon am Vortag darum, nur bis 13 Uhr arbeiten zu müssen, da wir den Van verkaufen wollten. Als wir dann bereit zum Gehen waren, sagte uns Deb dass wir noch ein paar Stunden da bleiben müssten. Was der Grund für diese Restriktion war,  ist uns noch etwas unklar. Entweder gab es wirklich noch so viel zu tun oder aber Debbie war wegen dem Mordversuch an ihren Mann, Ellen, etwas sauer. Ellen stand auf einer Leiter und wollte eine Lichterkette am Baum befestigen. Felix hielt die Leiter zunächst fest, sollte dann jedoch einer anderen Aufgabe nachgehen. Keine 10 Sekunden später gab es einen Schlag, die Leiter fiel um und Ellen hing in 5 Meter Höhe wie ein hobbitartiger Affe am Baum. Es blieb nur eine kleine Kratzspur im Gesicht zurück ansonsten ist er wohlauf. Die „Überstunden“ haben allerdings gar nicht in den Plan gepasst, da wir Ed erst noch ausräumen mussten und den Deutschen versprochen haben, dass sie das Auto noch im Hellen bekommen werden. Wir bereiteten noch 2 Hochzeiten mit vor und hatten danach Feierabend. Um kurz nach 16 Uhr waren wir am Zeltplatz, wo uns Unschönes erwartete. Trotz Trockenzeit hat es in manchen Regionen Darwins ziemlich stark geregnet (wir haben beim Arbeiten nichts davon mitbekommen). Die letzten Nächte haben wir nicht mehr im Auto, sondern wegen der drückenden Hitze in einem planlosen Zelt geschlafen. Außerdem haben wir noch ein Zelt aufgebaut in welches wir wahllos Sachen aus Ed verfrachtet haben. Nun hat der Regen nicht nur das Moskitozelt komplett unter Wasser gestellt (etwa 10cm hoch), sondern auch das andere mit Plane, wo Bücher und viele Erinnerungen an Australien drin waren. Wir kamen also ohnehin viel zu spät am Zeltplatz an und mussten dann noch ein paar Trockner für das ganze Bettzeug anschmeißen. Ziemlich ärgerlich, aber nicht so schlimm wie der Verlust unserer anderen Dinge die im Zelt waren.

Wir räumten so schnell wir konnten auf und Felix fuhr gegen halb acht zum letzten Mal in die Stadt um Eddie zu übergeben. Eddie wird wohl auch weiterhin Eddie heißen dürfen.

Die 1. Nacht ohne Ed war schon sehr seltsam, wir waren allerdings auch erleichtert, da wir so direkt am nächsten Tag unseren Flug nach Bali buchen konnten.

Heute Morgen sind wir extra früh aufgestanden, damit wir möglichst viel Zeit auf dem totally awesome giant jumping pillow (tagjp)verbringen können. Um 8 Uhr war allerdings schon Schluss mit dem wundervollen Hüpfgefühl. Irgendwie bin ich so blöd aufgekommen, dass meine kleinste Fußzehe jetzt (ein paar Stunden später) dick und blau-lila ist und ich kaum noch auftreten kann. Naja es gibt wohl auch schlimmeres als eine gebrochene Fußzehe.

Zum Beispiel – nicht weiter springen zu können.

In ein paar Stunden  hebt dann unser Flieger nach Bali ab, worauf wir uns beide sehr freuen. Nach 9 Tagen Aufenthalt geht es allerdings nochmal für ein paar Tage nach Darwin und dann auch schon wieder nach Hause.

17. August 2010

Tag Einemillionentausend in Darwin

Geschrieben von admin in Allgemein

Wir sind nun seit einer Ewigkeit in der wohl unschönsten Stadt Australiens. Darwin.

Nach der Ayers Rock Tour ging es wieder Richtung Katherine. Auf einem der Rastplätze machten wir einen längeren Halt, da wir den Regen dazu nutzen wollten, Eddie etwas zu säubern. Mit Regenjacke und Schwamm ging es also raus in die Kälte. Felix stellte unsere Wäsche, damit diese vom Regen verschont blieb, unter ein Dach, etwa 5 Meter neben Eddie. Da wir völlig vertieft im Autowaschen waren, bemerkten wir es allerdings nicht, wie wohl einer der vorbeifahrenden Autos unseren Wäschesack mitnahm. Wir suchten alles ab, da wir es nicht glauben wollten, dass irgendein halbwegs klardenkender Mensch Schmutzwäsche klaut?! Scheinbar gibt es allerdings auch solche Menschen. Nun haben wir ein paar Kleidungsstücke und Unterwäsche weniger. Ziemlich ärgerlich. Nach dem Schock fuhren wir weiter Richtung Kakadu National Park. Auf dem Weg dorthin trafen wir noch auf den Nitmiluk NP, wo wir spontan noch einen Halt machten um uns die Edith Falls anzusehen und eine Runde zu laufen. Danach ging es mit großen Erwartungen in den Kakadu NP. Eigentlich planten wir 2-3 Tage dort ein, da uns der Park außer ein paar schönen Ausblicken und einem natürlichen Plantschbecken nicht viel zu bieten hatte, entschieden wir uns allerdings dazu den Park noch spätabends zu verlassen. Am nächsten Morgen machten wir uns also auf den Weg nach Darwin. So einfach sollte das allerdings nicht gehen. Wir fuhren und fuhren und fuhren und irgendwann gab Eddie plötzlich ein uns völlig unbekanntes Geräusch von sich.

Nächster Halt – Randstreifen neben dem Highway.

Nach einigen fachmännischen Blicken, konnten wir Eddies Verweigerung des Fahrdienstes deutlich erahnen. Eddies Hinterrad sah aus wie ein gerupftes Hühnchen.

Jetzt stand wohl ein Reifenwechsel bevor! Als hätte Felix sein Leben lang nichts anderes gemacht, holte er den Wagenheber aus dem Auto, katapultierte es in die Höhe und löste schließlich auch mit meiner Hilfe die Mütter? Muttern?? Das war Aufregung pur – vor allem mit den vorbeibrausenden Roadtrains und ähnlichen Fahrzeugen. Ed bekam sein Ersatzrad und an der nächsten Tankstelle auch noch etwas Luft. Dann jukkelten wir mit geringer Geschwindigkeit nach Darwin um nach einer Reifenwerkstatt zu suchen. Nach etwa 4 Anläufen, fanden wir glücklicherweise einen Händler, der die perfekten Reifen für uns hatte. Danach suchten wir uns einen Zeltplatz und schauten uns die Gegend etwas an. Da uns weder Darwin noch seine Umgebung besonders gut gefallen hat, fuhren wir nach ein paar Tagen in den etwa 100km entfernten Litchfield National Park. Dort erwarteten uns ein paar schöne Wasserfälle und Pools. Da es uns dort seeeeeehr gut gefallen hat, blieben wir 3 Nächte und machten uns erst dann auf den Rückweg nach Darwin. Immerhin hatte Eddie einen Termin in der Werkstatt. Der Mann hörte sich Ed und seine seltsamen, wirklich krank klingenden Startgeräusche an und verwies uns direkt zu einem Autoelektriker. Peter Brown sollte es richten. Gleich am nächsten Tag nahmen sie den Van unter die Lupe. Um die Wartezeit etwas angenehmer zu gestalten, fuhren wir mit dem Bus in die Stadt. Etwa 2 Stunden später kam der Anruf von Pete. Er teilte uns mit, dass wir einen neuen Anlasser benötigen, was uns etwa 500 Ökken kosten würde. Nach einigen Verschnaufssekunden und Bedenkzeit willigten wir ein. Ziemlich ärgerlich, da wir ihn ja schließlich nur noch verkaufen wollen. Immerhin läuft er jetzt besser als je zuvor und die Leute vom Zeltplatz können sich nicht mehr beschweren.

Am 11. gab es morgens ein wunderbares Geburtstagsfrühstück für mich und anschließend ging es in die „wave lagoon“, wo erneute Surfversuche angesagt waren. Später ging es wieder zum Zeltplatz wo auch schon bald ein grandioses Abendessen serviert wurde.

Letzten Samstag verbrachten wir den Nachmittag im Wildlife Park bei Berry Springs. Dort konnte Felix endliche sein erstes Krokodil bewundern. Außerdem gab es ein paar Wallabies, einige Meeresbewohner, ewig viele Vögel und vieles mehr!

Ansonsten waren wir bisher 2 Mal auf dem Mindil Beach Sunset Market und im Casuarina Shopping Center. Mit Arbeit sieht es zur Abwechslung schlecht aus – so hätte man wenigstens eine Beschäftigung gehabt. Da sich für Eddie noch nicht wirklich viele Interessenten gemeldet haben, wird sich wohl in nächster Zeit an der Gesamtsituation nicht viel ändern.

Darwin hat zwar ein paar schöne Strände, die Wahrscheinlichkeit von einem Krokodil verspeist zu werden ist jedoch zu hoch, weshalb wir dann doch den Zeltplatzpool bevorzugen. Das Zentrum, oder eher die 100 Meter lange Einkaufsstraße, wird ganz in türkis gehalten und begrüßt die Touris mit einem wirklich hässlichen und völlig unpassenden Springbrunnen. Der Zeltplatz auf dem wir hier sind hat allerdings nicht nur einen schattigen Platz für Ed und eine große Küche mit Backofen zu bieten, sondern auch ein „totally awesome giant jumping pillow“. Das verschönert den Aufenthalt in Darwin doch sehr.

29. Juli 2010

alice springs

Geschrieben von admin in Allgemein

Der Cape Range National Park war sehr schön. Anschließend hatten wir etwa 600km bis Karratha vor uns, was auch immer wir da wollten. Eigentlich war unser nächstes Ziel nämlich der Karijini National Park. Scheinbar ist unser Geschick Straßenkarten zu lesen eher mangelhaft, sonst hätten wir uns etwa 800km sparen können. Die Abfahrt, die uns den Umweg erspart hätte, verpassten wir also. Karratha nutzten wir dazu, unsere Vorräte an Nahrungsmitteln wieder zu füllen.  Danach ging es weitere 400km zum Karijini National Park. Diesmal hatten wir mehr Glück als beim letzten Park, da langes Warten vor dem Eingang trotz Ferien nicht erforderlich war. Die Ranger haben einen provisorischen Zeltplatz für alle die, die auf den üblichen Zeltplätzen keinen Platz mehr bekommen haben, eingerichtet. Ziemlich gute Sache. Am nächsten Morgen ging es um 7 Uhr zur 1. Schlucht mit Wasserfall. Nach ein paar Kletterübungen, trauten wir uns später auch gefährlichere Wege zu. „Wir“ ist übertrieben. Ich zickte zunächst etwas rum. Dank Felix Überzeugungskunst, wagte ich schließlich doch noch den Abstieg in die gefährlich wirkende Schlucht, die bei einem falschen Tritt wohl den Sturz in ein 100 Meter tiefes, dunkles Loch bedeutet hätte.

Um bei der Wahrheit zu blieben – es handelte sich um eine Metallleiter, die einem den Weg nach Unten erleichterte.

Es kamen jedoch noch ein paar weitere Felsen, die unser Klettergeschick auf die Probe stellten auf uns zu. Uns gelang es alle Attraktionen des Parks an nur einem Tag zu sehen, weshalb am nächsten Tag die Weiterfahrt nach Port Hedland bevorstand. Von dort aus waren es noch 600km nach Broome. 2 Tage später erreichten wir unser derzeitiges Ziel und fuhren über holprige Straßen zur Willie Creek Perl Farm, wo ein kostenloser Zeltplatz auf uns wartete.

Bevor Eddie in der gewünschten Parkposition abgestellt werden könnte, musste Felix noch einmal beweisen was für ein lausiger Sandbuddler er doch ist. Er parkte Eddie zum 2. Mal im tiefen Sand. Nach etwa 30Minuten konnten wir Eddie befreien und ich übernahm das Steuer. Das Wetter war sehr gut und das Meer lud zum schwimmen ein. Da wir jedoch nicht als Krokodilhappen enden wollten verschoben wir dies auf die nächsten Tage. Da ging es nämlich nach Broome in das Städtchen, wo wir 3 Tage blieben. Der berühmt berechtigte Cable Beach erfüllte all seine Erwartungen. Am 3. Tag durfte ich mein Talent auf einem Surfbrett beweisen. Mein 1. Mal und ich stand schon beim 2. Versuch – wenn auch nur kurz. Wenn da mal nicht ein echter Meister verloren gegangen ist. Nach einigen Stunden am Strand machten wir uns auf den Weg nach Derby. Von dort aus wollten wir ein Stück auf der Gibb River Road fahren und nach etwa 100km die Abzweigung zum Highway nehmen. Die war nur leider – trotz Schilder zu Beginn der Straße, die das Gegenteil besagten – für alle Eddies und Verwandte gesperrt. Das bedeutete für uns, ohne Allrad – keine Abzweigung. Da die Straße bisher geteert war, beschlossen wir weiter zu fahren, da wir sonst etwa 300km Umweg vor uns gehabt hätten. Wir machten auf einem 24h Parkplatz Halt und fuhren am nächsten Tag weiter.

So war zumindest der Plan. Als wir weiter fahren wollten, bemerkten wir dass wir zunächst einen Fluss überqueren mussten. Felix betrat das fremde Gewässer und musste feststellen, dass das Wasser ihm bis zu den Knien stand. Eine echte Herausforderung für Ed. Den Weg zurück nach Derby hätten wir mit der Tankfüllung nicht 100%ig geschafft und eigentlich war unsere Lust zum Abenteuer auch viel zu groß, als dass wir es nicht wagen wollten, das Gewässer zu überqueren. Felix fuhr ohne große Bedenken auf den Fluss zu. Es spritze durch alle möglichen Öffnungen und auf der Hälfte, nach etwa 5 Metern blieb Eddie an der tiefsten Stelle stehen.

Unser alter Freund verweigerte die Weiterfahrt. Nach ein paar Startversuchen meldete Ed sich zurück. Es dauerte noch ein paar Minuten bis er bereit für den nächsten Teil der Gibb River Road war. Es folgte ein kurzer Halt an einem natürlichen Pool mit einem kleinen Wasserfall. Nach einer kurzen Runde im kalten Nass, fuhren wir weiter. Etwa 100km später verschlechterten sich die Straßenverhältnisse und es ging auf „Gravel Roads“ weiter. Die kleinen Steine zerschlugen wohl einen Scheinwerfer von Eddie, was wir allerdings erst 2 Tage später bemerkten.

Der Staub nahm einem den Atem und verursachte Kopfschmerzen. Leider ging es die nächsten 400km genauso weiter. Außerdem standen noch einige Flussüberquerungen auf dem Programm. Die Gegend war jedoch wunderschön. Gegen 19Uhr erreichten wir den Highway nach Wyndham und waren unglaublich froh, endlich wieder Luft holen zu können. Wir hielten auf dem nächsten Parkplatz. Als wir am nächsten Morgen Eddie starten wollten, gab er kein Lebenszeichen mehr von sich. Auch der Versuch eines Mannes uns Starthilfe zu geben scheiterte.

Ein paar Minuten später kam eine Seniorenkutsche angejukkelt. Felix fragte erneut nach Rat. Der dickbäuchige Mann, scheinbar hat er etwas Ahnung von Autos, rüttelte mit seinen Freunden an Ed herum und als das nichts half, bat er Felix sich ans Steuer zu setzen und in den 2. Gang zu schalten. Er holte ein Abschleppseil und befestigte es an beiden Autos. Nun fuhr er mit Felix im Schlepptau etwa 20 Runden um den Parkplatz. Felix versuchte Eddie zu starten – ohne Erfolg. Nach einer Kaffeepause brachte er uns noch etwas über die Kunst des Abschleppens bei und zog uns 30km nach Wyndham. Hierbei überschritten wir die 100km/h Schallgrenze, was einen neuen Geschwindigkeitsrekord für unseren vierrädrigen Freund bedeutete. In der Werkstatt angekommen, machte der hilfsbereite Dickbäuchige den Mechanikern noch klar, dass sie uns nicht abzocken sollen und verschwand mit seinen 3 Freunden. Unglaublich nette Menschen gibt es hier.

Nach 3 Stunden wurde Ed durchgecheckt. Wir warteten hoffnungsvoll vor der Werkstatt auf ein Resultat. Unsere neugewonnenen Freunde kamen uns auch noch mal besuchen, da sie sich scheinbar um uns Sorgen machten und nach dem Rechten schauen wollten. Dann kam der Mechaniker mit der freudigen Botschaft, dass nur etwas Wasser und Staub in der „starter – engine“ war. Glück gehabt. Nach einer weiteren Nacht auf dem Parkplatz fuhren wir am nächsten Tag nach Kununurra. Dort informierten wir uns erneut nach Arbeit. Ohne Erfolg. Etwas frustriert machten wir uns auf den Weg ins Northern Territory.

Wir machten kurz vor der Grenze noch einen Stopp beim Lake Argyl und fuhren dann einfach in einen neuen Staat. Bei einer Größe von 1347225 km² und einer Einwohnerzahl von gerade mal 223000 kann man sich ja vorstellen wie dicht der Staat besiedelt ist und wie weit man fahren muss um in die nächste Ortschaft zu gelangen. Nach 2 Tagen kamen wir in der 3. größte Stadt des NT an. Katherine (11000EW). Von dort aus starteten wir nach Alice Springs (2. Größte Stadt (28000EW)) durch. Attraktionen wie Devil Marble’s erleichterten den langen Weg  ins Zentrum Australiens. Nach 2 Tagen und 1200km, erreichten wir endlich Alice Springs. Da das Wetter schlecht war fuhren wir allerdings noch etwas weiter in Richtung Ayers Rock – weitere 400km.

Am nächsten Tag ging es schon um 7Uhr wieder los. Man konnte den Stein schon aus der Ferne sehen. Sehr beeindruckend und wirklich anders als auf irgendwelchen Bildern. Wenn man allerdings davor steht wirkt er noch einmal ganz anders. Wir fassten den Entschluss den Stein einmal zu umwandern. In 3 Stunden bewältigten wir die 21km. Danach bemerkten wir, dass wir die Strecke auch einfach mit dem Auto hätten abfahren können. Etwas erschöpft setzten wir uns ins Auto und schürrten schnell zum Kata Tjuta, eine weitere Felsformation im Nationalpark. Nach ein paar Minuten Aufenthalt fuhren wir geschwind zurück zum Uluru, da wir den Sonnenuntergang schließlich nicht verpassen wollten. Da wir alles gesehen haben, machten wir uns wieder auf den Rückweg. Abends gab es noch schnell Chinapsen Fraß und dann ging es völlig erschöpft schlafen.

12. Juli 2010

Tag 2 Cape Range National Park

Geschrieben von admin in Allgemein

Wir sind gerade im Cape Range Nationalpark. Überhaupt hier rein zu kommen war allerdings nicht unbedingt einfach.

Vorgeschichte.

Carnarvon ist eine Rentnerstadt. Schilder die bei uns vor Schulkindern warnen, fordern hier besondere Aufmerksamkeit auf Senioren. Auf Zeltplätzen wird auf übliche Hygienevorschriften die auf den Mülleimer hinweisen verzichtet und dafür auf Regeln wie „Nachttöpfe bitte nicht im Waschbecken entleeren“ hingewiesen.

Ansonsten gibt es dort nicht viel außer Plantagen. Dank der schlechten Erntesaison gibt es dort allerdings auch nicht viel mehr als trockene Pflanzen und ein paar grüne Bananen. Schlecht für uns, da wir eigentlich auf Arbeit spekulierten.

So fuhren wir nach zwei Tagen weiter uns schauten uns die Blowholes an. Hierbei handelt es sich um Löcher in Felswänden aus denen Wasserfontänen schießen. Sehr spektakulär. Dort verbrachten wir weitere 2 Nächte.

Was aber eigentlich viel wichtiger ist, ich habe meinen 1. In der freien Wildbahn schwimmenden Wal gesehen!! Riesige Tiere. Ziemlich abgefahren.

Anschließend ging es nach Rocky Pool und danach wieder nach Carnarvon um einzukaufen. Coral Bay war die nächste Station. Dies ist ein kleines Dorf direkt am türkisblauen Meer (Ningaloo Marine Park) – Dorf ist schon fast übertrieben, da es dort nur zwei Zeltplätze, ein Hostel, ein Hotel und eine kleinen Supermarkt gibt. Da es zur Abwechslung mal wieder warm war, blieben wir dort ebenfalls 2 Nächte und verbrachten die meiste Zeit einfach am Strand.

Danach fuhren wir nach Exmouth. Auf dem Weg dorthin, legte sich Felix geschwind unter Eddie, da wir bemerkten dass Eddie nicht nur einen Sprung in der Scheibe hat sondern auch die ein oder andere Schraube locker ist. Felix fand hierbei wohl endlich seine Berufung und weiß jetzt auch was ihm nach Australien blüht. Eine Ausbildung zum Automechaniker. (Kleiner Scherz!) Mit etwas Kabelbinder wurden alle in Frage kommenden Gegenstände wieder befestigt und die Reise konnte weiter gehen.

Als wir dann in Exmouth ankamen (an dieser Stelle fängt die eigentliche Vorgeschichte an) teilten uns Schilder mit, dass alle Zeltplätze im Cape Range NP restlos ausgebucht sind. Hier sind gerade Ferien, weshalb die Leute schon ab 6Uhr morgens vor dem Park warten um einen Zeltplatz zu bekommen, so sagt man zumindest! Wir nahmen uns einen normalen Zeltplatz und fassten den Entschluss um halb 5 aufzustehen, damit wir auch wirklich den Park passieren können. Um 5 Uhr morgens standen allerdings schon 5 Autos vor uns. Um 8 kam dann der Ranger mit der schlechten Nachricht, dass nur 3 Zeltplätze frei geworden sind, was für uns bedeutete, dass wir den Tag irgendwie anders verbringen mussten.

Wir erkundeten Exmouth und verbrachten einige Zeit bei einem Trampolin, spielten Frisbee und vertrödelten die Zeit bis 7Uhr abends. Dann fuhren wir wieder zum Eingang des Nationalparks und machten Abendessen. Dort waren wir allerdings wieder nicht die ersten. 2 Mädels die am Morgen schon vor uns warteten, waren nun wieder vor uns. Das beruhigte sie ebenso wie uns, da wir so nicht alleine waren. Immerhin ist es wohl nicht unbedingt ganz legal einfach vor einem Nationalpark zu übernachten. Innerhalb der nächsten 4 Stunden kamen 3 weitere Autos. Als wir um 7Uhr wach wurden, waren wir schon zu 13.

Der Ranger kam und funkte pünktlich um 8Uhr die Zeltplätze an um zu fragen wie viele Autos den Park besuchen können. Es wurden genau 2 Autos durchgelassen. Die anderen mussten wieder fahren. Ich sag mal – Glück gehabt. Wir kamen zunächst zu „Ned’s Camp“, der 1. Zeltplatz im Park und gleichzeitig der einzige der frei war. Wir bekamen kurz nach unserer Ankunft frisch gefangenen Fisch von unserem Nachbarn geschenkt und auch sonst machten die Leute einen recht sympathischen Eindruck. Wir beschlossen uns trotzdem dazu den Zeltplat für die nächsten 2 Nächte zu wechseln um mehr vom Park zu sehen. Heute sind wir dann auf den „Kurrajong“ Zeltplatz gekommen und haben uns die „Yardie Creek“ Schlucht und andere Highlights des Parks angeschaut.

12. Juli 2010

Tag 1 kurz vor Carnarvon

Geschrieben von admin in Allgemein

Wir sind nun seit geraumer Zeit mit unserem Eddie in Richtung Darwin unterwegs.

Nach unserem kurzen Aufenthalt in Rockingham ging es weiter in den Norden nach Cervantes. Auf dem Hinweg konnte ich endlich mein erstes, in der Wildnis lebendes Känguru sehen. „Lebendes“ ist hier wohl falsch. Es lag tot am Straßenrand. Das war jedoch nicht das Einzige. Die nächsten 100km folgten etwa 10 Weitere. Irgendwann war dann jedoch auch endlich ein Lebendes dabei, was gerade noch davon hüpfte…

In Cervantes schliefen wir auf einem Parkplatz und machten uns gleich am nächsten Morgen auf den Weg zu den „Pinnacles“. Hierbei handelt es sich um senkrecht stehende, aus dem Boden ragende Steine. Sehr faszinierend. Nach einigen Fotos ging es weiter Richtung Geraldton.

Wir nahmen uns diese Stadt zum Ziel, da wir dort einen MC Donald’s vermuteten, wo alle Spiele der WM übertragen werden. Wir fuhren also 300km um das Deutschland – Serbien Spiel zu sehen. Als wir gegen Abend dort ankamen und uns wie ein Schnitzel freuten als wir das große, gelbe M aus der Ferne sehen konnten, schien der Abend gerettet. Felix wollte den Laden jedoch zuerst unter die Lupe nehmen und kam mit schlechter Mine zu Eddie und mir zurück. Scheinbar haben die wohl die Erfindung des TV- Gerätes noch nicht für sich entdeckt. Wir suchten uns einen Zeltplatz für die nächste Nacht und erfuhren schnell, dass es dort auch einen TV – Raum gibt. Blöd nur, dass dieser um halb 10 zumachte und das Spiel um 9 begann. Etwas enttäuscht beschlossen wir einfach Abendessen zu machen und das Spiel zu vergessen.

Nachdem ich mir beim Karottenschneiden den halben Ringfinger der linken Hand abschnitt, und ich blutüberströmt nach einem Pflaster bettelte, war ohnehin jeder Gedanke an Fußball aus unseren Köpfen verschwunden. So blieb uns auch die peinliche Niederlage der deutschen National 10-11 erspart.

Wir blieben ein paar Tage auf dem Zeltplatz und führten am 21.06 unsere Reise fort. Zunächst fuhren wir nach „Ellendale Pool“, wo wir eine weitere Nacht auf einem kostenlosen Zeltplatz direkt an einem sehr schönen Fluss verbrachten. Danach ging es zum „Coronation Beach“, wo wir wieder 2 Tage verweilten. Als wir am 24.06 weiter Richtung Kalbarri fahren wollte, streikte Eddie. 2 Tage Pause waren wohl zu viel für ihn, oder aber der Wasserhahn der durch die Hauptbatterie in Betrieb gesetzt wird, hat Ed’s Batterie leergesaugt. Nach einigen Versuchen das Auto zu starten, wollten wir ihm ein bisschen Verschnaufpause gönnen und setzten uns in der Zeit hinten auf die Couch.

Plötzlich rollte Eddie rückwärts davon.

Felix sprang mutig, wie er eben ist, in das rollende Auto und brachte es noch kurz vor einer Mülltonne zum stehen. Anschließend kam uns ein älterer Mann zur Hilfe und füllte Eddie mit neuer Lebensenergie. Danach machten wir uns auf den Weg nach Kalbarri, was bekannt durch seinen gleichnamigen Nationalpark ist. Noch am gleichen Tag konnten wir ein paar Highlights von diesem begutachten und machten zunächst am „Grandstand“ Halt. Dort erwartete uns ein großer Felsen, der zum gefährlichen Abstieg einlud. Mit Wandercrocs und Sneakers bereiteten wir uns auf die steinige Schlucht vor. Was wir von dort aus sahen, lässt sich kaum in Worte fassen. Es war wirklich wunderschön. Als es wieder ans Hochklettern ging, versagten beinahe meine Kräfte, wohingegen Felix immer noch fröhlich und munter wirkte.

Wir sahen noch ein paar weitere Attraktionen, wie die „Natural Bridge“ und den „Island Rock“. Danach suchten wir uns einen Schlafplatz um Kräfte für den nächsten Tag zu tanken. Am nächsten Morgen schauten wir uns eine Pelikan Fütterung am Strand an. Sehr spektakulär. Anschließend machten wir uns auf den Weg in den Nationalpark wo wir gleich zu Beginn zwei Touris rumkutschten. Die wollten scheinbar die nächsten 30km zum Fuß bewältigen.

Nach dem durchaus holprigen Weg und etwa 30 Minuten später hieß die erste Station „Nature’s Window“ – eine unglaubliche schöne Felsformation. Danach fuhren wir noch weitere Punkte an, die ebenfalls wunderschöne Ausblicke ermöglichten.

Zur Abenddämmerung machten wir uns auf den Weg Richtung Denham. Das Schild „Denham 330km“ sowie die große Angst ein Känguru oder Dingo platt zu fahren, waren für die Nacht auf einen 24h Parkplatz verantwortlich.

Am nächsten Morgen ging es also vollgetankt weiter. Wir hielten an Touriattraktionen wie „Hamelin Pool“, wo wir uns eine Telegraphenstation anschauten und die Hauptattraktion „Stromatoliten“ verpassten, da wir nicht wussten wonach wir Ausschau halten müssen. Das nächste Ziel hieß „Nanga Bay“. Unsere Straßenkarte lockte mit einem „Natural Spa“, den wir uns nicht entgehen lassen wollten. Vor Ort sahen wir den wunderschönen Strand mit glasklarem Wasser, von einem „Natural Spa“ hat dort jedoch noch niemand etwas gehört.

So ging es weiter zum „Shell Beach“. Wieder ein wunderschöner Strand mit türkisblauem Wasser. Anschließend schlugen wir erneut unser Nachtlager auf einem Zeltplatz direkt am Meer auf.

Am nächsten Tag bewältigten wir die letzten 30km nach Denham und fuhren nach einer kalten Dusche am Strand in den nahegelegenen Nationalpark mit dem wunderschönen Namen „Francois Peron National Park“. Da wir dort jedoch zum größten Teil nur mit 4WD weiter gekommen wären, fuhren wir nur die 1. Station an und begutachteten einen weiteren Natural Spa, ohne ihn zu betreten – wir waren ja schließlich frisch geduscht. Ein nächster uns wichtiger Punkt hieß „Monkey Mia“. Dort kann man vormittags zusehen wie Delphine direkt am Strand gefüttert werden. Da es jedoch etwa 4Uhr mittags war, verpassten wir auch das. Jammerschade.

Wir suchten uns also wieder einen Platz zum Übernachten und fuhren am nächsten Tag, heute!, weiter Richtung Carnarvon. Jetzt sind wir am „New Beach“, was etwa 30km vor Carnarvon ist. Als wir uns bei der Abzweigung „New Beach“ und „Bush Bay“ für den Strand entschieden, wussten wir noch nicht was uns bevorstand. Wir fuhren zunächst auf der sandigen Straße den Schildern nach, doch als man aus der Ferne Wohnmobile uns Zelte erahnen konnte entschied sich Felix kurzerhand dazu, die Strandnähe und etwas Einsamkeit zu bevorzugen. Mit einer leichten Rechtskurve ging es in Richtung Meer. Schade nur, dass Felix bei dieser Aktion wohl vergessen hat, dass Ed keinen 4WD hat, sonst hätten wir uns wohl nicht im Sand – Algen – Gemisch festgefahren.

Es ging weder vor noch zurück. Zunächst wollten wir Eddie einfach wieder ausbuddeln. Ohne Erfolg.

Ein paar Minuten später kam ein netter Herr, der unsere Bemühungen wohl schon etwas beobachtete und zog uns rückwärts mit seinem geländetauglichen Auto aus dem Sand. Das wäre geschafft, jetzt mussten wir nur noch gerade rückwärtsfahren um wieder auf den befestigten Weg zu gelangen. Da man hinten ja keine Augen hat, fuhr uns Felix allerdings direkt in den nächsten Sandhaufen. Der Mann traute uns scheinbar nicht mehr geistige Intelligenz zu, weshalb er nicht gleich davon fuhr sondern quasi nur darauf wartete uns wieder zur Hilfe zu eilen. Der nette Australier sagte uns dann genau wie wir weiter fahren sollten und schließlich fanden wir auch einen netten Platz, der unsere Ansprüche erfüllte. Felix kann ja gar nicht nahe genug am Wasser parken, sodass wir morgen dank der Flut wahrscheinlich mitten im Meer stehen werden.

17. Juni 2010

Tag 1 Rockingham

Geschrieben von admin in Allgemein

Wir haben es nach über 2 Wochen nun auch mal aus Perth geschafft. Nach tagelanger Autosuche und etlichen Enttäuschungen, haben wir nun endlich unser Auto gefunden. Eddie ist stolze 27 Jahre alt und hat wohl schon mehr von Australien gesehen als wir. So würden sich zumindest die 360000km erklären lassen. Eddie glänzt nicht nur mit seiner unglaublichen Größe, nein er hat auch eine wahnsinnig bequeme Couch, die sich zu einem Bett formen lässt, auf dem Platz für eine Känguru Familie wäre. Außerdem hat er ein Top dass sich nach oben poppen lässt, weshalb man wunderbar darin stehen kann. Altersschwäche zeigt Eddie nur morgens. Da braucht er immer etwas länger bis er wirklich wach ist, aber das ist ja bei uns nicht anders!? Als wir uns Eddie das 1. Mal anschauten, wussten wir relativ schnell, dass er das Gefährt sein würde, welches uns in den Norden bringt. Als wir das dann Auto kaufen wollten, zickte Ed etwas rum und wollte nicht so recht mitkommen – Der ausschlaggebende Grund für eine Werkstatt- Tour. Er hat eine neue Batterie und neues Verbindungsgedöns zum Motor bekommen. So fuhren Felix und ich alleine ins Hostel zurück. Ein Tag später war alles gebongt und wir konnten UNSER Auto abholen. Felix hat das mit dem Linksverkehr ziemlich schnell in den Griff bekommen, dass man das Licht beim Abschalten des Motors auch wieder ausschalten kann hingegen noch nicht so ganz. Da standen wir also auf dem Woolworths Parkplatz und kamen nicht mehr vom Fleck. Das war aber auch nicht wirklich tragisch, da wir ein paar Stunden vorher eine Mitgliedschaft beim RAC (australischer ADAC) abgeschlossen haben, die uns sofort zu Hilfe eilten.

Wir zogen dann endlich aus diesem grausamen Hostel aus und fuhren zunächst auf einen Zeltplatz, wo wir bis heute übernächtigten.

Da wir noch ein paar Sachen für Eddie brauchten, machten wir uns auf dem Weg zu einem schwedischen Möbelhaus, dessen Name aus rechtlichen Gründen nicht genannt werden darf. Das gelb – blaue Gebäude ähnelt sehr dem Deutschen mit einem gravierenden Unterschied. Hot Dogs gibt es hier ohne Röstzwiebeln und Gurken?! Da fragt man sich auch was los ist.

Bis auf etwas Rost, den wir doch sicherlich auch in den Griff bekommen, sieht Eddie jetzt richtig schick aus. Eben haben wir zum ersten Mal in ihm gekocht, was auch gut geklappt und geschmeckt hat.

Morgen werden wir weiter in den Norden ziehen, da es uns hier langsam etwas zu kalt wird.

29. Mai 2010

Tag 4 Perth

Geschrieben von admin in Allgemein

Die Tage in Adelaide waren sehr schön. Die Bedbugs durften noch bis Adelaide mitreisen und wurden dann entweder durch 5 Maschinen voll mit Wäsche in den Tod geschleudert oder aber vom Insektenvernichter vergiftet.  Ansonsten waren wir einmal in Glenelg am Strand, was wirklich richtig schön war. Auf dem Central City Market haben wir nicht nur gut eingekauft, sondern auch einmal bei dem Local Girl Vicky im Cafe ‚Lucias‘ gespeist. Auch so haben wir uns ein paar Mal mit Vicky getroffen und waren am letzten Abend zusammen beim Sushi Train – Bauch voll schlagen und so.

Das Hostel war richtig klasse und auch sonst haben wir uns pudel wohl in der Stadt gefühlt.

Am 26.05.2010 um 8Uhr (Ortszeit Adelaide) ging jedoch unser Flug nach Perth. Dieser war völlig unspektakulär. Als wir dann jedoch um 10Uhr (Ortszeit Perth), das heißt 3 ½ Stunden später – wie kann das sein? 1 ½ Stunden Zeitverschiebung machen es möglich! – landeten und uns auf den Weg zur Gepäckrückgabe machten,  erwartete uns Böses. Ahnungslos, was uns bevorstand, erreichten wir schließlich das Ende der Rolltreppe, wo uns das Grauen schon aus der Ferne beobachtete. Nach ein paar Minuten trudelte unser Gepäck dann auch endlich ein. Wir gönnten uns noch etwas Verschnaufpause und warteten einen Moment neben dem Laufband.

Dann geschah es.

Mit einem riesen Satz stürzte sich plötzlich ein graues, haariges Tier auf unsere Rücksäcke. Es schnüffelte zunächst an Meinem, entschied sich jedoch schnell dafür, dass Felix‘ Rucksack doch viel spannender ist. Inzwischen standen 2 Frauen neben uns, die sich wohl dank der guten Nase ihres Prachthundes, sehr sicher waren, dass es sich bei uns eindeutig um Schwerstverbrecher halten muss. Felix musste dann erst einmal seinen Rucksack ausräumen, um sie von dem Gegenteil zu überzeugen. Doch der Hund hatte Recht.

Felix wird wohl dank ihm in die Geschichte der Knoblauchschmuggler eingehen. Naja, der Knoblauch ist weg und wir sind etwas traurig.

Wir haben uns dann auf den Weg ins Hostel gemacht. Was uns dort erwartete gleicht wohl eher einer 5 Sterne Luxusanlage. Die einladende Fassade des Gebäudes, ganz in blau – gelb gehalten, lädt zu einem schönen Aufenthalt ein. Vor dem Hostel findet man sogar ein Paar Zimmer im Freien,  jedenfalls weisen alte Bettgerüste und Matratzen darauf hin – wo gibt es sowas schon, einfach einzigartig.

Bei Fragen oder Anmerkungen kann man sich sicher sein, dass zu keiner Zeit Hostelpersonal anzutreffen sein wird – auch nett, so spart man sich den Weg. Das Zimmer ist gut ausgestattet, mit einem komplett durchgelegenen Bett, indem man außer Komfort noch spüren darf, wie sich die Eisenstangen langsam in den Rücken bohren.

Neulich gab uns das Hostelpersonal sogar die Möglichkeit einen kleinen Einblick vom Leben in der Steinzeit zu gewinnen. Die Lichter funktionierten einfach nicht mehr, weshalb die Bäder mit abgebrannten Teelichtern ausgestattet wurden. In dem dunklen Zimmer war man jedoch vollstens auf sich gestellt.

Wenn man nachts mal auf die Toilette muss, bekommt man die Möglichkeit zu einem kleinen Nachtsparziergang. Hierbei wird jedoch besonderes Geschick verlangt, da man die am Boden liegenden Gegenstände dank der fehlenden Lichter im Außenbereich nur erahnen kann. Wenn man es dann in das Hostelgebäude geschafft hat, sollte man noch auf herumliegende Katzen achten. Anschließend kann man sich auf sein bequemes Bett und einen geruhsamen Schlaf freuen.

Ansonsten ist Perth aber so richtig schön. Die blaue Katze fährt uns immer in die Stadt und bringt uns auch sicher wieder ins Hostel zurück. Heute waren wir mal am Swan River und haben etwas Sport gemacht. Dort gibt es nämlich einen sehr modernen Trimm – Dich – Pfad, der einem Fitnessstudio im Freien ähnelt. Supper Sache. Dank der fehlenden Ausdauer sind wir jedoch schnell wieder in die Innenstadt zurück und haben weiter nach Autos geschaut, da wir gerade drauf und dran sind uns ein fahrbares Hilfsmittel für unsere Weiterreise zu kaufen.

Namensvorschläge werden sehnlichst erwartet.

19. Mai 2010

Tag 1 Adelaide

Geschrieben von admin in Allgemein

So  mein letzter Blogeintrag ist ja nun schon ewig her und trotzdem gibt es gar nicht mal so viel zu berichten.

Fangen wir mal dort an wo wir aufgehört haben – in Airlie.  Eigentlich gibt es hierzu nichts Neues zu berichten, weshalb wir gleich mit Sydney weiter machen. Am 29.April ging der Flug von Proserpine – der wohl kleinste Flughafen den ich bisher gesehen habe – über Brisbane nach Sydney.

Dort kamen wir abends an und ich führte Felix gleich mal durch Chinatown zum Darling Harbour. Ansonsten machten wir das übliche Touri Programm mit. 1x Bondi Beach, 1x Manly, 1x Botanischer Garten, 2x Harbour Bridge und Opera House, ein paar Mal Chinatown sowie Darling Harbour und 1x so richtig Abzappeln mit Garry & Hodge (2 Freunde von Flix, die er aus Canada kennt) und Chris & Alex (2 Freunde von mir, die ich bei meinem letzten Sydney Aufenthalt kennengelernt habe). Die Nacht beendeten wir mit einer Fressorgie durch die Stadt, bei der wir keine Dönerbude oder Ähnliches ausließen. Das war ein Spaß, den nächsten Morgen haben wir jedoch auf den späten Mittag verschoben und das Hostel erst gegen 3 verlassen…

Allgemein lässt sich sagen, dass die Tage in Sydney sehr schön waren, trotz plötzlicher Temperaturumstellung. Irgendwie waren es plötzlich nicht mehr 30°C, sondern eher 12°C.

Am 8.Mai sind wir dann morgens mit dem Greyhound nach Canberra gefahren. Dort waren scheinbar alle Hostels ausgebucht, weshalb wir den Entschluss fassten nach ein paar Stunden Aufenthalt weiter nach Melbourne zu reisen. Wir sind um 13Uhr in der Hauptstadt angekommen und um 23.55Uhr wieder weitergefahren. Wir waren bei irgendwelchen Regierungsgebäuden und in einem riiiieeeesen Einkaufszentrum. Abends gab es noch schnell ein Sub bevor wir um 10Uhr unser Gepäck aus dem YHA holen mussten. Dann war Warten in der Kälte angesagt, da das Busterminal auch schon zu hatte. War aber alles locker, da wir uns ein Hüpfseil gekauft haben, weshalb die Kälte keine Chance hatte.

Nach etwa 9 Stunden Busfahrt erreichten wir dann schließlich Melbourne, wo es uns auf Anhieb richtig gut gefallen hat. Aus den geplanten 5 Tagen wurden 10.

Felix war nach der 1. Nacht schon mit Stichen übersät. Ich hatte keinen einzigen Stich, was doch eher seeeeehr seltsam war. Da es für Mücken schon viel zu kalt ist kamen nur Bedbugs in Frage. Felix beschwerte sich gleich beim Hostelpersonal, die nur mit Skepsis reagierten, da ich völlig verschont geblieben bin. Der Typ von der Rezeption, scheinbar ein echter Bedbugs Profi, bestätigte jedoch unseren Verdacht indem er mit einem  Kennerblick die Stiche begutachtete. Daraufhin wurde unser Bett dank eines Insektenvernichters von Ungeziefer befreit und Felix bekam eine Tigerbalm ähnliche Salbe auf die Haut geklatscht. Damit war das Thema zunächst abgehakt.

2 Tage später fand ich dann jedoch ein widerliches Tierchen auf meinem, auf dem Bettliegenden Socken krabbeln. Wutentbrannt schnappte ich mir den Strumpf und schleuderte das Tier an die Wand. Es blieb nur ein Blutfleck zurück. Da wir so ein Krabbelwesen noch nie zuvor gesehen haben, machten wir uns auf den Weg zum Mägges und googelten danach. Es handelte sich eindeutig um ein Insekt der Gattung Cimex lectularius, im deutschen Sprachgebrauch wird auch von einer Bettwanze gesprochen. In der nächsten Nacht folgten weitere Stiche – für Felix. Naja, irgendwann gelang es uns dann eine Wanze zu fangen, woraufhin unser Bett aufs Neue mit giftigen Gasen besprüht wurde.

Ansonsten war Melbourne wirklich sehr schön. Wir sind oft mit der kostenlosen Tram durch die Gegend gefahren, waren im Royal Botanic Garden, in Fitzroy, an der RodLaver Arena und ganz oft in der Stadt. Außerdem haben wir eine Skimesse besucht und waren auf einem Buddha Fest, wo wir chinapsiatische Nudeln gegessen haben. Klingt aufregend? – War es auch.

Gestern Abend sind wir dann mit dem Bus Richtung Adelaide gefahren, wo wir heute Morgen um halb 6 ankamen. Friedi und Vicky haben mir ja schon viel Gutes von Adelaide berichtet und soweit ich das bis jetzt beurteilen kann, haben sie nicht gelogen. Wir sind hier in einem supper Hostel. Endlich gibt’s auch wieder einen Backofen, weshalb mir Felix gerade meine heißgeliebten Müslischnitten macht! Die Toiletten sind pink und das Klopapier ein Traum! Morgen treffen wir uns mit Vicky, die uns hoffentlich das Städtchen noch etwas näher bringen wird!

Nach Muttis Berechnungen war gestern 1/2 Zeit meines Australien Aufenthalts.

25. April 2010

Tag 5 Airlie Beach

Geschrieben von admin in Allgemein

Den letzten Tag in Bundaberg haben wir hauptsächlich mit Warten verbracht. Nach dem Auschecken ist man in dem Hostel nicht mehr erwünscht, weshalb wir die nächsten 6 Stunden davor saßen und auf den Bus nach Agnes Water warteten.

An dieser Stelle ein Satz von Felix über die Zucchini- Pflück- Arbeit:

„Auch wenn die Arbeit ätzend und anstrengend war, so war doch immerhin die Bezahlung schlecht.“

In Agnes Water angekommen, stellte sich schnell heraus, dass dieses Örtchen nicht viel zu bieten hat. 2 winzige Supermärkte, Hotelanlagen oder Ähnliches und einen recht schönen Strand (85% unseres Aufenthalts hat es geregnet). Viel erlebt haben wir dort jedenfalls nicht, was war auch der Grund für die Weiterfahrt nach Airlie Beach war.
Um 10Uhr Auschecken und bis 0.10Uhr auf den Bus warten. Klingt ziemlich ätzend – war es auch. Immerhin durften wir die Anlage vom Hostel noch betreten und somit spielten wir Tischtennis und Billard und Kochten um die Zeit irgendwie angenehm zu gestalten. An der Rezeption sagte man uns, dass uns ein Shuttle Bus nachts zur Fingerboard Rd fahren würde (von dort aus fuhr der Bus nach Airlie los). Wir sollten um 23.20Uhr bereit zur Abfahrt sein. Vom Hostelpersonal war leider niemand mehr zu sehen und somit warteten wir einfach weiter. Ich bekam es dann langsam mit der Angst zu tun, da wir nicht einmal eine Taxinummer hatten, es mitten in der Nacht war und wir schon fest damit rechneten, dass eh niemand mehr kommt und wir den Bus verpassen werden. Nach etwa 15 Minuten kam dann irgendein Shuttle Service, der sein Auto fast in den Graben gesetzt hätte, da er so geschürrt ist um nicht zu spät am Bus anzukommen. Wir krallten uns am Sitz fest und hofften die Fahrt irgendwie zu überleben. Das hat schon mal ganz gut geklappt. Als wir dann endlich im Bus saßen war für die nächsten Stunden Schlafen angesagt.

Um 9Uhr kamen wir dann in Airlie an und machten uns gleich mal auf die Suche nach unserem Hostel. Hier bemerkten wir mal wieder, dass wir schon extreme Backpacker oder auch Bagpacker sind, da wir etwa 4 Rucksäcke und 4 Essenstaschen zu tragen haben. Wir sind halt auch verdammt stark. Das Hostel in dem wir untergebracht sind ist ziemlich schön. Es handelt sich hierbei eher um eine Anlage mit ganz vielen kleinen Häusern die von Palmen und baumähnlichen Pflanzen umgeben sind und es gibt sogar einen hosteleigenen Bach. Ist das voll klasse? Schätze schon.

Hier ist Platz für etwa 400 Gäste. Die Küche besitzt 4 Herdplatten, 3 Töpfe, eine Mikrowelle, einen Sandwichmaker und schließt um 20Uhr. Wenn man hier also auf ein Abendessen besteht, sollte man spätestens um 16Uhr mit dem Kochen beginnen. Ab 17Uhr tummeln sich bereits um die 15 Leute in dem 6m² großen Küche, um18Uhr ist schon etwa das Doppelte an Essensgierigen Reisenden zu zählen.

Gestern sind wir mit dem Bus zum Hafen gefahren und haben uns nach einem Ausflug zu den Whitsundays erkundigt. Wir haben jetzt ein Wassertaxi gebucht, das uns direkt auf einer Insel aussetzt und 2 Tage später wieder abholt.
Später ging es dann zum Mc, da wir die Zelterlaubnis noch beantragen mussten und einen Flug nach Sydney buchen wollten. Beides erledigt.
Anschließend sind wir zum 3km entfernten Coles gelaufen und haben eingekauft, was mal wieder bitter nötig war. Da wir etwa 10 Tüten mit einem Gewicht von ca. 15kg hatten und es regnete, nahmen wir den Bus zurück zum Hostel.

Felix und ich werden jetzt auch ein Spendenkonto einrichten. Kurze Erklärung für diesen Gedanken im Folgenden:

112 AUD für die Verlängerung des Zimmers

+ 310 AUD Whitsundays

+   20 AUD Zelterlaubnis

+ 400 AUD Flug nach Sydney

+     5 AUD Mc Donald’s

+   70 AUD Einkauf

+   10 AUD Busfahrten

= 927 AUD an einem Tag

Um diesen Verlust wieder gut zu machen, gibt es die nächsten Tage leider nur noch Instant Nudeln und Toast.

Tagsüber verlassen wir das Zimmer nicht mehr um nicht auf die Idee zu kommen, für irgendetwas völlig „Sinnloses“ wie Obst oder Gemüse (wovon wir uns sonst hauptsächlich ernährt haben) Geld auszugeben.
Falls wir jetzt bei irgendjemanden Mitleid erweckt haben, geben wir gerne die Überweisungsdaten für ‚ein glücklicheres Leben‘ an.

Heute Mittag erhielt ich dann einen Anruf von Flo und Markus – die 2 Österreicher die ich in Sydney kennengelernt habe. Die 2 sind gerade auch in Airlie Beach und haben uns gefragt ob wir mit ihnen an einen Wasserfall fahren wollen. Da wir ja eh im Zimmer waren und nichts zu tun hatten, nahmen wir die Einladung dankend an. 15 Minuten später holten sie uns ab, wir stiegen jedoch nach 10 Metern wieder aus, da wir bemerkten, dass es wohl sinnvoll wäre Badesachen mitzunehmen. Da Felix ein verdammt cooler Typ ist, präsentierte er mir auf dem Weg zum Zimmer eine neue Gangart – irgendetwas Ententanzähnliches. Trotz meiner eindringlichen Worte dies doch lieber auf Grund des nassen Bodens und der Rutschgefahr (ein Schild „Slippery when wet“!) zu lassen, blieb er voll in seinem Element und watschelte weiter vor sich hin.Und dann geschah es.

Felix rutschte aus.

Er machte eine ½ Drehung in der Luft und landete inmitten eines Schlammhaufens, der von glitschigen Stöcken umgeben war. Da lag er nun am Boden – völlig hilflos. Suchende Blicke. „Hoffentlich hat es niemand gesehen“.
Der Fußzehe geht es bis auf den tiefen Riss und dem gespalteten Nagel ganz gut und auch Felix lacht nun wieder! Als wir dann nach 15 Minuten Verbandskunst auch endlich wieder bei Flösi am Auto ankamen, konnte die Tour beginnen. Die Fahrt war rasant, für meinen Geschmack etwas zu rasant, dafür war der Wasserfall ein Traum.

Felix ist nicht nur verdammt cool, sondern auch ziemlich mutig. Er schleppte sich mit seinen 9 ½ Fußzehen den steilen Aufstieg des Wasserfalls hinauf. Am 5 Meterpunkt stürzte er sich gewagt mit einem Kopfsprung in die Tiefe. Das sah ziemlich gekonnt aus, auch wenn Felix‘ Körper danach etwas rot wirkte.

2 Stunden später ging es wieder zurück ins Hostel wo wir flott unser Essen zusammenpackten und an die Lagune liefen. Dort hatten wir dann ein schönes BBQ, bis der Regen uns wieder ins Hostelzimmer zurückzwang. Hier werden wir gleich ein deutsches Bier trinken und den Abend mit einer Billardpartie ausklingen lassen.

112 AUD für die Verlängerung des Zimmers

310 AUD Whitsundays

20 AUD Zelterlaubnis

400 AUD Flug nach Sydney

5 AUD Mc Donald’s

70 AUD Einkauf

10 AUD Busfahrten

= 927 AUD an einem Tag

11. April 2010

Tag 16 Bundaberg

Geschrieben von admin in Allgemein

Wir sind eigentlich nach Bundaberg, da wir von einem Hostel Arbeit als Fruit Picker zugesichert bekommen haben. Als wir hier ankamen mussten wir erst einmal den Weg dorthin erfragen. Während ich mein Netbook an der Greyhound Haltestelle lud, machte sich Felix auf den Weg und kam mit folgender Nachricht wieder. „Ich war gerade in einem Hostel gegenüber der Bushaltestelle wo ich erfahren habe, dass unser Hostel aufgrund von Betrug dicht machen musste. Der Typ hat gesagt, dass alle die in dieser Unterkunft waren, jetzt bei ihm sind und er innerhalb der nächsten 3- 4 Tage Arbeit für uns haben würde.“ Da wir nicht gleich in das Erstbeste einchecken wollten und uns das alles etwas seltsam vorkam, verbrachten wir den Tag damit nach anderen Hostel zu suchen, die ebenso Arbeit für uns haben. Nach einigen Telefonaten und Absagen war es dann auch schon 7 Uhr abends, was bedeutete dass alle Hostels bereits zu hatten. Da standen wir nun mit unseren Rucksäcken und Essenstaschen – kein Plan wohin… Wir haben uns dann dazu entschieden erst einmal eine Family Box beim Mc zu spachteln (wo wir ja ohnehin schon seit einigen Stunden waren, …Internet und so) um anschließend mit Fastfood gestärkt einen Zeltplatz aufsuchen zu können. Den besagten Zeltplatz erreichten wir schließlich um 10. Vormittags ging es dann wieder zum Mc weiter nach Arbeit suchen, dieses Mal auch außerhalb von Bundaberg. Da es aber überall über 2 Wochen gedauert hätte bis wir dann womöglich einen Job gehabt hätten, beschlossen wir uns dazu in das 1. Hostel zu gehen. Um halb sechs checkten wir schließlich ein. Das Hostel in dem die Rezeption ist sieht eigentlich ganz annehmbar aus, das Gebäude in welches wir dann jedoch kamen – ein Loch. Irgendwie völlig heruntergekommen und blau. Zunächst war ein 8 Mann Zimmer angesagt. Für die erste Nacht hieß es dann, Nase zu und durch. Der Gestank nach Käsfüßen und Urin war für die wohl schlimmste Nacht seit langem verantwortlich. Morgens konnten wir dann das Zimmer wechseln. Jetzt war schwitzen angesagt, da die Klimaanlage erst um 6 Uhr abends angeht und um 3 Uhr nachts wieder ausgemacht wird. In dem Zimmer haben wir uns mittlerweile recht gut eingelebt und es riecht auch nicht nach irgendwelchen Ausscheidungsprodukten sondern nach Schmerzsalbe und Gewürzen. Das Auftragen von Schmerzsalbe (an dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei meinem wundervollen Dad bedanken, der mir eine unglaublich gute Salbe für die Reise mitgegeben hat!) ist bei uns zur abendlichen Routine geworden.
Ich arbeite seit einer Woche in einer Hütte, wo ich ungenießbare Macadamia Nüsse von einem Fließband aussortieren muss. Zu meiner Arbeit zählt außerdem das Herumtragen von Boxen, die randvoll mit Nüssen gefüllt sind. Das geht nicht nur in die Arme sondern hauptsächlich in den Rücken. Ich bin nach einer Woche schon stark wie ein Bär, wie stark bin ich dann wohl nächste Woche?? Ab und zu darf ich auch in Containern herum klettern und die Nüsse in die Ecke schütten, ebenso körperliche Schwerstarbeit, genauso wie das tägliche Putzen der Halle. Dazu kommt die katastrophale Arbeitszeit. Ich verlasse das Hostel um 6 in der Früh und komme um 6 wieder hier an. (immerhin läuft die Klimaanlage dann schon!) 11 Stunden Arbeiten Psychoterror pur. Dürfte aber nichts gegen die Arbeit von Felix sein. Der darf nämlich seit ein paar Tagen Zucchini pflücken. Bei ihm geht es schon um 5.20 los und er arbeitet etwa bis 3, ist den ganzen Tag der prallen Sonne ausgesetzt und kommt mit völlig verkratzen Armen wieder ins Hostel zurück. Sieht irgendwie gefährlich aus. Auch er dürfte meinem Papa und der wundervollen Creme (die langsam dem Ende zugeht) sehr dankbar sein, da er die wohl schlimmsten Rücken und Beinschmerzen vor, bei und nach der Arbeit erleben darf. Ein echter Genuss. Genug gejammert. In den letzten 3 Stunden die uns vom Tag noch bleiben (um 9 geht’s ins Bett) wird weiterhin gut gekocht und viel gegessen (hauptsächlich Zucchini).

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