25. April 2010

Tag 5 Airlie Beach

Geschrieben von admin in Allgemein

Den letzten Tag in Bundaberg haben wir hauptsächlich mit Warten verbracht. Nach dem Auschecken ist man in dem Hostel nicht mehr erwünscht, weshalb wir die nächsten 6 Stunden davor saßen und auf den Bus nach Agnes Water warteten.

An dieser Stelle ein Satz von Felix über die Zucchini- Pflück- Arbeit:

„Auch wenn die Arbeit ätzend und anstrengend war, so war doch immerhin die Bezahlung schlecht.“

In Agnes Water angekommen, stellte sich schnell heraus, dass dieses Örtchen nicht viel zu bieten hat. 2 winzige Supermärkte, Hotelanlagen oder Ähnliches und einen recht schönen Strand (85% unseres Aufenthalts hat es geregnet). Viel erlebt haben wir dort jedenfalls nicht, was war auch der Grund für die Weiterfahrt nach Airlie Beach war.
Um 10Uhr Auschecken und bis 0.10Uhr auf den Bus warten. Klingt ziemlich ätzend – war es auch. Immerhin durften wir die Anlage vom Hostel noch betreten und somit spielten wir Tischtennis und Billard und Kochten um die Zeit irgendwie angenehm zu gestalten. An der Rezeption sagte man uns, dass uns ein Shuttle Bus nachts zur Fingerboard Rd fahren würde (von dort aus fuhr der Bus nach Airlie los). Wir sollten um 23.20Uhr bereit zur Abfahrt sein. Vom Hostelpersonal war leider niemand mehr zu sehen und somit warteten wir einfach weiter. Ich bekam es dann langsam mit der Angst zu tun, da wir nicht einmal eine Taxinummer hatten, es mitten in der Nacht war und wir schon fest damit rechneten, dass eh niemand mehr kommt und wir den Bus verpassen werden. Nach etwa 15 Minuten kam dann irgendein Shuttle Service, der sein Auto fast in den Graben gesetzt hätte, da er so geschürrt ist um nicht zu spät am Bus anzukommen. Wir krallten uns am Sitz fest und hofften die Fahrt irgendwie zu überleben. Das hat schon mal ganz gut geklappt. Als wir dann endlich im Bus saßen war für die nächsten Stunden Schlafen angesagt.

Um 9Uhr kamen wir dann in Airlie an und machten uns gleich mal auf die Suche nach unserem Hostel. Hier bemerkten wir mal wieder, dass wir schon extreme Backpacker oder auch Bagpacker sind, da wir etwa 4 Rucksäcke und 4 Essenstaschen zu tragen haben. Wir sind halt auch verdammt stark. Das Hostel in dem wir untergebracht sind ist ziemlich schön. Es handelt sich hierbei eher um eine Anlage mit ganz vielen kleinen Häusern die von Palmen und baumähnlichen Pflanzen umgeben sind und es gibt sogar einen hosteleigenen Bach. Ist das voll klasse? Schätze schon.

Hier ist Platz für etwa 400 Gäste. Die Küche besitzt 4 Herdplatten, 3 Töpfe, eine Mikrowelle, einen Sandwichmaker und schließt um 20Uhr. Wenn man hier also auf ein Abendessen besteht, sollte man spätestens um 16Uhr mit dem Kochen beginnen. Ab 17Uhr tummeln sich bereits um die 15 Leute in dem 6m² großen Küche, um18Uhr ist schon etwa das Doppelte an Essensgierigen Reisenden zu zählen.

Gestern sind wir mit dem Bus zum Hafen gefahren und haben uns nach einem Ausflug zu den Whitsundays erkundigt. Wir haben jetzt ein Wassertaxi gebucht, das uns direkt auf einer Insel aussetzt und 2 Tage später wieder abholt.
Später ging es dann zum Mc, da wir die Zelterlaubnis noch beantragen mussten und einen Flug nach Sydney buchen wollten. Beides erledigt.
Anschließend sind wir zum 3km entfernten Coles gelaufen und haben eingekauft, was mal wieder bitter nötig war. Da wir etwa 10 Tüten mit einem Gewicht von ca. 15kg hatten und es regnete, nahmen wir den Bus zurück zum Hostel.

Felix und ich werden jetzt auch ein Spendenkonto einrichten. Kurze Erklärung für diesen Gedanken im Folgenden:

112 AUD für die Verlängerung des Zimmers

+ 310 AUD Whitsundays

+   20 AUD Zelterlaubnis

+ 400 AUD Flug nach Sydney

+     5 AUD Mc Donald’s

+   70 AUD Einkauf

+   10 AUD Busfahrten

= 927 AUD an einem Tag

Um diesen Verlust wieder gut zu machen, gibt es die nächsten Tage leider nur noch Instant Nudeln und Toast.

Tagsüber verlassen wir das Zimmer nicht mehr um nicht auf die Idee zu kommen, für irgendetwas völlig „Sinnloses“ wie Obst oder Gemüse (wovon wir uns sonst hauptsächlich ernährt haben) Geld auszugeben.
Falls wir jetzt bei irgendjemanden Mitleid erweckt haben, geben wir gerne die Überweisungsdaten für ‚ein glücklicheres Leben‘ an.

Heute Mittag erhielt ich dann einen Anruf von Flo und Markus – die 2 Österreicher die ich in Sydney kennengelernt habe. Die 2 sind gerade auch in Airlie Beach und haben uns gefragt ob wir mit ihnen an einen Wasserfall fahren wollen. Da wir ja eh im Zimmer waren und nichts zu tun hatten, nahmen wir die Einladung dankend an. 15 Minuten später holten sie uns ab, wir stiegen jedoch nach 10 Metern wieder aus, da wir bemerkten, dass es wohl sinnvoll wäre Badesachen mitzunehmen. Da Felix ein verdammt cooler Typ ist, präsentierte er mir auf dem Weg zum Zimmer eine neue Gangart – irgendetwas Ententanzähnliches. Trotz meiner eindringlichen Worte dies doch lieber auf Grund des nassen Bodens und der Rutschgefahr (ein Schild „Slippery when wet“!) zu lassen, blieb er voll in seinem Element und watschelte weiter vor sich hin.Und dann geschah es.

Felix rutschte aus.

Er machte eine ½ Drehung in der Luft und landete inmitten eines Schlammhaufens, der von glitschigen Stöcken umgeben war. Da lag er nun am Boden – völlig hilflos. Suchende Blicke. „Hoffentlich hat es niemand gesehen“.
Der Fußzehe geht es bis auf den tiefen Riss und dem gespalteten Nagel ganz gut und auch Felix lacht nun wieder! Als wir dann nach 15 Minuten Verbandskunst auch endlich wieder bei Flösi am Auto ankamen, konnte die Tour beginnen. Die Fahrt war rasant, für meinen Geschmack etwas zu rasant, dafür war der Wasserfall ein Traum.

Felix ist nicht nur verdammt cool, sondern auch ziemlich mutig. Er schleppte sich mit seinen 9 ½ Fußzehen den steilen Aufstieg des Wasserfalls hinauf. Am 5 Meterpunkt stürzte er sich gewagt mit einem Kopfsprung in die Tiefe. Das sah ziemlich gekonnt aus, auch wenn Felix‘ Körper danach etwas rot wirkte.

2 Stunden später ging es wieder zurück ins Hostel wo wir flott unser Essen zusammenpackten und an die Lagune liefen. Dort hatten wir dann ein schönes BBQ, bis der Regen uns wieder ins Hostelzimmer zurückzwang. Hier werden wir gleich ein deutsches Bier trinken und den Abend mit einer Billardpartie ausklingen lassen.

112 AUD für die Verlängerung des Zimmers

310 AUD Whitsundays

20 AUD Zelterlaubnis

400 AUD Flug nach Sydney

5 AUD Mc Donald’s

70 AUD Einkauf

10 AUD Busfahrten

= 927 AUD an einem Tag

11. April 2010

Tag 16 Bundaberg

Geschrieben von admin in Allgemein

Wir sind eigentlich nach Bundaberg, da wir von einem Hostel Arbeit als Fruit Picker zugesichert bekommen haben. Als wir hier ankamen mussten wir erst einmal den Weg dorthin erfragen. Während ich mein Netbook an der Greyhound Haltestelle lud, machte sich Felix auf den Weg und kam mit folgender Nachricht wieder. „Ich war gerade in einem Hostel gegenüber der Bushaltestelle wo ich erfahren habe, dass unser Hostel aufgrund von Betrug dicht machen musste. Der Typ hat gesagt, dass alle die in dieser Unterkunft waren, jetzt bei ihm sind und er innerhalb der nächsten 3- 4 Tage Arbeit für uns haben würde.“ Da wir nicht gleich in das Erstbeste einchecken wollten und uns das alles etwas seltsam vorkam, verbrachten wir den Tag damit nach anderen Hostel zu suchen, die ebenso Arbeit für uns haben. Nach einigen Telefonaten und Absagen war es dann auch schon 7 Uhr abends, was bedeutete dass alle Hostels bereits zu hatten. Da standen wir nun mit unseren Rucksäcken und Essenstaschen – kein Plan wohin… Wir haben uns dann dazu entschieden erst einmal eine Family Box beim Mc zu spachteln (wo wir ja ohnehin schon seit einigen Stunden waren, …Internet und so) um anschließend mit Fastfood gestärkt einen Zeltplatz aufsuchen zu können. Den besagten Zeltplatz erreichten wir schließlich um 10. Vormittags ging es dann wieder zum Mc weiter nach Arbeit suchen, dieses Mal auch außerhalb von Bundaberg. Da es aber überall über 2 Wochen gedauert hätte bis wir dann womöglich einen Job gehabt hätten, beschlossen wir uns dazu in das 1. Hostel zu gehen. Um halb sechs checkten wir schließlich ein. Das Hostel in dem die Rezeption ist sieht eigentlich ganz annehmbar aus, das Gebäude in welches wir dann jedoch kamen – ein Loch. Irgendwie völlig heruntergekommen und blau. Zunächst war ein 8 Mann Zimmer angesagt. Für die erste Nacht hieß es dann, Nase zu und durch. Der Gestank nach Käsfüßen und Urin war für die wohl schlimmste Nacht seit langem verantwortlich. Morgens konnten wir dann das Zimmer wechseln. Jetzt war schwitzen angesagt, da die Klimaanlage erst um 6 Uhr abends angeht und um 3 Uhr nachts wieder ausgemacht wird. In dem Zimmer haben wir uns mittlerweile recht gut eingelebt und es riecht auch nicht nach irgendwelchen Ausscheidungsprodukten sondern nach Schmerzsalbe und Gewürzen. Das Auftragen von Schmerzsalbe (an dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei meinem wundervollen Dad bedanken, der mir eine unglaublich gute Salbe für die Reise mitgegeben hat!) ist bei uns zur abendlichen Routine geworden.
Ich arbeite seit einer Woche in einer Hütte, wo ich ungenießbare Macadamia Nüsse von einem Fließband aussortieren muss. Zu meiner Arbeit zählt außerdem das Herumtragen von Boxen, die randvoll mit Nüssen gefüllt sind. Das geht nicht nur in die Arme sondern hauptsächlich in den Rücken. Ich bin nach einer Woche schon stark wie ein Bär, wie stark bin ich dann wohl nächste Woche?? Ab und zu darf ich auch in Containern herum klettern und die Nüsse in die Ecke schütten, ebenso körperliche Schwerstarbeit, genauso wie das tägliche Putzen der Halle. Dazu kommt die katastrophale Arbeitszeit. Ich verlasse das Hostel um 6 in der Früh und komme um 6 wieder hier an. (immerhin läuft die Klimaanlage dann schon!) 11 Stunden Arbeiten Psychoterror pur. Dürfte aber nichts gegen die Arbeit von Felix sein. Der darf nämlich seit ein paar Tagen Zucchini pflücken. Bei ihm geht es schon um 5.20 los und er arbeitet etwa bis 3, ist den ganzen Tag der prallen Sonne ausgesetzt und kommt mit völlig verkratzen Armen wieder ins Hostel zurück. Sieht irgendwie gefährlich aus. Auch er dürfte meinem Papa und der wundervollen Creme (die langsam dem Ende zugeht) sehr dankbar sein, da er die wohl schlimmsten Rücken und Beinschmerzen vor, bei und nach der Arbeit erleben darf. Ein echter Genuss. Genug gejammert. In den letzten 3 Stunden die uns vom Tag noch bleiben (um 9 geht’s ins Bett) wird weiterhin gut gekocht und viel gegessen (hauptsächlich Zucchini).