Tag 5 Airlie Beach
Den letzten Tag in Bundaberg haben wir hauptsächlich mit Warten verbracht. Nach dem Auschecken ist man in dem Hostel nicht mehr erwünscht, weshalb wir die nächsten 6 Stunden davor saßen und auf den Bus nach Agnes Water warteten.
An dieser Stelle ein Satz von Felix über die Zucchini- Pflück- Arbeit:
„Auch wenn die Arbeit ätzend und anstrengend war, so war doch immerhin die Bezahlung schlecht.“
In Agnes Water angekommen, stellte sich schnell heraus, dass dieses Örtchen nicht viel zu bieten hat. 2 winzige Supermärkte, Hotelanlagen oder Ähnliches und einen recht schönen Strand (85% unseres Aufenthalts hat es geregnet). Viel erlebt haben wir dort jedenfalls nicht, was war auch der Grund für die Weiterfahrt nach Airlie Beach war.
Um 10Uhr Auschecken und bis 0.10Uhr auf den Bus warten. Klingt ziemlich ätzend – war es auch. Immerhin durften wir die Anlage vom Hostel noch betreten und somit spielten wir Tischtennis und Billard und Kochten um die Zeit irgendwie angenehm zu gestalten. An der Rezeption sagte man uns, dass uns ein Shuttle Bus nachts zur Fingerboard Rd fahren würde (von dort aus fuhr der Bus nach Airlie los). Wir sollten um 23.20Uhr bereit zur Abfahrt sein. Vom Hostelpersonal war leider niemand mehr zu sehen und somit warteten wir einfach weiter. Ich bekam es dann langsam mit der Angst zu tun, da wir nicht einmal eine Taxinummer hatten, es mitten in der Nacht war und wir schon fest damit rechneten, dass eh niemand mehr kommt und wir den Bus verpassen werden. Nach etwa 15 Minuten kam dann irgendein Shuttle Service, der sein Auto fast in den Graben gesetzt hätte, da er so geschürrt ist um nicht zu spät am Bus anzukommen. Wir krallten uns am Sitz fest und hofften die Fahrt irgendwie zu überleben. Das hat schon mal ganz gut geklappt. Als wir dann endlich im Bus saßen war für die nächsten Stunden Schlafen angesagt.
Um 9Uhr kamen wir dann in Airlie an und machten uns gleich mal auf die Suche nach unserem Hostel. Hier bemerkten wir mal wieder, dass wir schon extreme Backpacker oder auch Bagpacker sind, da wir etwa 4 Rucksäcke und 4 Essenstaschen zu tragen haben. Wir sind halt auch verdammt stark. Das Hostel in dem wir untergebracht sind ist ziemlich schön. Es handelt sich hierbei eher um eine Anlage mit ganz vielen kleinen Häusern die von Palmen und baumähnlichen Pflanzen umgeben sind und es gibt sogar einen hosteleigenen Bach. Ist das voll klasse? Schätze schon.
Hier ist Platz für etwa 400 Gäste. Die Küche besitzt 4 Herdplatten, 3 Töpfe, eine Mikrowelle, einen Sandwichmaker und schließt um 20Uhr. Wenn man hier also auf ein Abendessen besteht, sollte man spätestens um 16Uhr mit dem Kochen beginnen. Ab 17Uhr tummeln sich bereits um die 15 Leute in dem 6m² großen Küche, um18Uhr ist schon etwa das Doppelte an Essensgierigen Reisenden zu zählen.
Gestern sind wir mit dem Bus zum Hafen gefahren und haben uns nach einem Ausflug zu den Whitsundays erkundigt. Wir haben jetzt ein Wassertaxi gebucht, das uns direkt auf einer Insel aussetzt und 2 Tage später wieder abholt.
Später ging es dann zum Mc, da wir die Zelterlaubnis noch beantragen mussten und einen Flug nach Sydney buchen wollten. Beides erledigt.
Anschließend sind wir zum 3km entfernten Coles gelaufen und haben eingekauft, was mal wieder bitter nötig war. Da wir etwa 10 Tüten mit einem Gewicht von ca. 15kg hatten und es regnete, nahmen wir den Bus zurück zum Hostel.
Felix und ich werden jetzt auch ein Spendenkonto einrichten. Kurze Erklärung für diesen Gedanken im Folgenden:
112 AUD für die Verlängerung des Zimmers
+ 310 AUD Whitsundays
+ 20 AUD Zelterlaubnis
+ 400 AUD Flug nach Sydney
+ 5 AUD Mc Donald’s
+ 70 AUD Einkauf
+ 10 AUD Busfahrten
= 927 AUD an einem Tag
Um diesen Verlust wieder gut zu machen, gibt es die nächsten Tage leider nur noch Instant Nudeln und Toast.
Tagsüber verlassen wir das Zimmer nicht mehr um nicht auf die Idee zu kommen, für irgendetwas völlig „Sinnloses“ wie Obst oder Gemüse (wovon wir uns sonst hauptsächlich ernährt haben) Geld auszugeben.
Falls wir jetzt bei irgendjemanden Mitleid erweckt haben, geben wir gerne die Überweisungsdaten für ‚ein glücklicheres Leben‘ an.
Heute Mittag erhielt ich dann einen Anruf von Flo und Markus – die 2 Österreicher die ich in Sydney kennengelernt habe. Die 2 sind gerade auch in Airlie Beach und haben uns gefragt ob wir mit ihnen an einen Wasserfall fahren wollen. Da wir ja eh im Zimmer waren und nichts zu tun hatten, nahmen wir die Einladung dankend an. 15 Minuten später holten sie uns ab, wir stiegen jedoch nach 10 Metern wieder aus, da wir bemerkten, dass es wohl sinnvoll wäre Badesachen mitzunehmen. Da Felix ein verdammt cooler Typ ist, präsentierte er mir auf dem Weg zum Zimmer eine neue Gangart – irgendetwas Ententanzähnliches. Trotz meiner eindringlichen Worte dies doch lieber auf Grund des nassen Bodens und der Rutschgefahr (ein Schild „Slippery when wet“!) zu lassen, blieb er voll in seinem Element und watschelte weiter vor sich hin.Und dann geschah es.
Felix rutschte aus.
Er machte eine ½ Drehung in der Luft und landete inmitten eines Schlammhaufens, der von glitschigen Stöcken umgeben war. Da lag er nun am Boden – völlig hilflos. Suchende Blicke. „Hoffentlich hat es niemand gesehen“.
Der Fußzehe geht es bis auf den tiefen Riss und dem gespalteten Nagel ganz gut und auch Felix lacht nun wieder! Als wir dann nach 15 Minuten Verbandskunst auch endlich wieder bei Flösi am Auto ankamen, konnte die Tour beginnen. Die Fahrt war rasant, für meinen Geschmack etwas zu rasant, dafür war der Wasserfall ein Traum.
Felix ist nicht nur verdammt cool, sondern auch ziemlich mutig. Er schleppte sich mit seinen 9 ½ Fußzehen den steilen Aufstieg des Wasserfalls hinauf. Am 5 Meterpunkt stürzte er sich gewagt mit einem Kopfsprung in die Tiefe. Das sah ziemlich gekonnt aus, auch wenn Felix‘ Körper danach etwas rot wirkte.
2 Stunden später ging es wieder zurück ins Hostel wo wir flott unser Essen zusammenpackten und an die Lagune liefen. Dort hatten wir dann ein schönes BBQ, bis der Regen uns wieder ins Hostelzimmer zurückzwang. Hier werden wir gleich ein deutsches Bier trinken und den Abend mit einer Billardpartie ausklingen lassen.
112 AUD für die Verlängerung des Zimmers
310 AUD Whitsundays
20 AUD Zelterlaubnis
400 AUD Flug nach Sydney
5 AUD Mc Donald’s
70 AUD Einkauf
10 AUD Busfahrten
= 927 AUD an einem Tag
am 28. April 2010 um 19:50
Hi Cousinchen, klingt ja alles wieder heftig. Ich sage nur 79 und 88 Stiche. Das sollte ja reichen… Holy Shit. Halte Dich tapfer, Stefan